Hygiene von Trinkwasserbrunnen & Wasserspendern
Auf dieser Seite geben wir einen kompakten Überblick über die wichtigsten Hygienefaktoren bei Trinkwasserbrunnen und Wasserspendern mit Festwasseranschluss. Wir zeigen, welche Risiken durch unzureichende Reinigung, fehlende Spülung oder mangelnde Wartung entstehen können und welche Maßnahmen dabei helfen, dauerhaft hygienisch einwandfreies Trinkwasser bereitzustellen.





Durch die regelmäßige Nutzung durch viele unterschiedliche Personen werden an Wasserspender mit Festwasseranschluss und öffentliche Trinkwasserbrunnen besonders hohe hygienische Anforderungen gestellt. Gerade in Schulen, öffentlichen Gebäuden, Parks, Innenstädten und stark frequentierten Bereichen ist ein klares Hygienekonzept wichtig, damit das Gerät dauerhaft zuverlässig und sicher betrieben werden kann.
Entscheidend sind eine fachgerechte Installation, regelmäßige Reinigung, bedarfsgerechte Desinfektion, konsequente Spülung gegen Standwasser sowie eine nachvollziehbare Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen. Je nach Standort und Nutzung können automatische Hygienespülungen, kontaktlose Bedienung und regelmäßige Sichtkontrollen zusätzlich dazu beitragen, hygienische Risiken zu reduzieren und den Betrieb für Betreiber, Nutzer und Gesundheitsamt transparenter zu machen.
Neben dieser Übersichtsseite haben wir einen eigenen ausführlichen Blogartikel zum Thema Hygiene bei öffentlichen Trinkwasserbrunnen veröffentlicht. Dort erfahren Betreiber, worauf es bei Erstinbetriebnahme, Desinfektion, Wiederinbetriebnahme nach Stillstand, mikrobiologischer Kontrolle und laufender Pflege besonders ankommt.
Ist Wasser aus Wasserspendern mit Festanschluss grundsätzlich hygienisch einwandfrei?
Die Qualität des Wassers beim Neuanschluss eines Gerätes an die Trinkwasserleitung ist in aller Regel einwandfrei. Wasser gilt in Deutschland als das am stärksten kontrollierteste Lebensmittel, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigt. Bei unbedachter Installation, unsachgemäßem Umgang mit dem Gerät oder langen Standzeiten, bei hohen Raumtemperaturen und mangelnder Reinigung und Desinfektion kann es aber zu einer Verkeimung des Wassers, des Abfüllsystems oder des Zapfhahnes kommen.
Mehr zum Thema Wasser, dem Grundnahrungsmittel Nummer eins, finden Sie hier.

Welche Bedeutung hat eine mögliche Keimbelastung des Wassers?
Keimbelastungen bedeuten primär die Qualitätsverschlechterung des Wassers aus hygienischer Sicht. Das Keimwachstum ist oft eine Folge langer Standzeiten in den Leitungen, die Verwendung von ungeeigneten, biologischen Dichtungsmitteln (Hanf) oder externe Kontamination. Diese Probleme können teilweise mit einer automatischen Hygienespülung vermieden werden. Akute Gesundheitsgefährdungen sind möglich, müssen aber nicht auftreten, wenn der Betreiber das Gerät achtsam kontrolliert und im Bedarfsfall schnell handelt. Am ehesten gefährdet sind nach Meinung von Fachleuten Menschen mit einem schwächeren Immunsystem wie z.B. Kranke, Alte und Kinder. Die nachgewiesenen Keime können Durchfallerkrankungen, Erbrechen oder Fieber auslösen. Bisher konnte aber kein direkter Zusammenhang zwischen dem Konsum von Wasser aus Wasserspendern und den oben genannten Krankheiten nachgewiesen werden (Stand 10.2020).
Wer ist für die Wasserqualität verantwortlich?
Für die freistehenden Watercooler hat die German Bottled Watercooler Association (GBWA) die sogenannten "Leitlinien für Gute Hygiene Praxis für Watercooler-Unternehmen" herausgegeben. Diese Leitlinien beschreiben hygienische Anforderungen an die Herstellung, die Nutzung und die Hygiene und Reinigung der Behälter und Abfüllanlagen. Verantwortlich für die Einhaltung dieser Leitlinien sind sowohl die Hersteller als auch die Vertreiber und Anbieter des Wassers. Diese Leitlinien stammen aus dem Jahre 2005.
Das BMU hat im Januar 2022 eine einheitlichen Richtlinie für den Betreiber, in erster Linie für Gesundheitsämter, von Trinkwasserbrunnen herausgegeben. Trinkwasserbrunnen werden definiert als Wasserspender mit Festwasseranschluss im öffentlichen, ungeschützten Außenbereich, die von einer undefinierten Anzahl an Personen genutzt werden. An diese äußerst informativen Empfehlungen können sich Gesundheitsämter der einzelnen Bundesländer orientieren, um Nutzer zu Schützen und Gefahr durch Risiken und Folgeschäden vorzubeugen. Auch andere Betreiber von leitungsgebundenen Trinkwasserbrunnen können sich an diesem Leitfaden vom BMEL orientieren.
Welches Recht gilt?
Im Zweifelsfall ist der Betreiber eines Trinkwasserbrunnens an die Vorgaben des örtlichen Gesundheitsamtes gebunden. Dieses muss vor, sowie nach der Installation über das Bauvorhaben eines Trinkwasserbrunnens für die öffentliche Verteilung von Trinkwasser informiert werden.
Tipp für mehr Hygiene am Trinkwasserbrunnen:
Vorab: Wir haben für Sie einen eigenen Blogbeitrag zum Thema "Hygieneanleitung für Trinkwasserbrunnen" erstellt.
Dort werden die gängigsten Fragen allumfänglich beantwortet.
Es gilt die DIN EN 1717 als Europaweiter Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen durch Rückfließen. Das bedeutet, dass Rückflussverhinderer, die in Form eines kleinen Gerätes zwischen Hausanschluss und Wasserspender angebracht sind, eine Rückverkeimung des zentralen Trinkwassernetzes unterbinden sollten. Rückflussverhinderer erlauben den Durchfluss von Rohrleitungen nur in eine Richtung. Bei Umkehrung der Strömungsrichtung schließen sie selbstständig und öffnen sich bei erlaubter Druchflussrichtung wieder – ebenfalls selbstständig.
Auch eine Ringleitung ist sinnvoll, denn sie gewährleistet, dass das Wasser immer zirkuliert. Eine weitere Möglichkeit ist auch, einen zusätzlichen Verbraucher wie z. B. einen Wasserhahn an dem entsprechenden Rohrleitungsstrang zu montieren. Dies minimiert die Gefahr von abgestandenem Wasser.
Das Nonplusultra gegen Standwasser ist eine automatische Hygienespülung. Die kostet zwar mehr als eine Ringleitung, bietet dafür aber den ultimativen Schutz vor Standwasser, da sie im Intervall von 4 Stunden selbstständig und ohne Stromanschluss einige Liter Wasser durch die Wasserspenderleitungen drückt. Das vermeidet Keimbildung und die Vermehrung von Vieren und erhöht somit das Hygienekonzept um ein Vielfaches.
Empfehlung für die öffentliche Aufstellung eines Trinkwasserbrunnens:
Für die öffentliche Aufstellung eines Trinkwasserbrunnens empfehlen wir ein Modell, das speziell für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich entwickelt wurde. Entscheidend sind hygienische Sicherheit, robuste Bauweise, einfache Reinigung, Schutz vor Vandalismus, Frostsicherheit und eine möglichst betreiberfreundliche Wartung. Der Trinkwasserbrunnen Bach von myBach erfüllt diese Anforderungen und eignet sich besonders für Städte, Kommunen, Schulen, Parks und öffentliche Plätze.
Wasserspender-Hygiene:
Wasserspender mit Festwasseranschluss sollten regelmäßig gereinigt, gespült und bei Bedarf desinfiziert werden. Ziel ist es, hygienische Risiken durch Standwasser, Biofilm, äußere Verschmutzungen oder längere Nutzungspausen zuverlässig zu reduzieren.
Die wasserführenden Leitungen sollten mit geeigneten Verfahren gespült werden. Gleichzeitig müssen alle von außen sichtbaren und nutzernahen Bereiche, insbesondere Trinkarmatur, Auslass, Betätigungselemente und Auffangbereich, sauber gehalten werden. Je nach Standort, Nutzungshäufigkeit und Vorgabe des Betreibers empfehlen sich feste Reinigungsintervalle, zum Beispiel alle 3 bis 6 Monate, ergänzt durch eine Reinigung nach Bedarf.
Wenn keine automatische Hygienespülung integriert ist, sollte vor der ersten Nutzung des Tages eine kurze manuelle Spülung erfolgen. Nach Wochenenden oder längeren Stillstandszeiten empfiehlt sich eine Spülung von etwa 1 bis 2 Minuten, sofern das Gerät in dieser Zeit nicht genutzt wurde. Eine automatische Hygienespülung mit definierten Zeitintervallen ist grundsätzlich empfehlenswert, da sie Standwasser regelmäßig aus dem System entfernt und den laufenden Betrieb für Betreiber deutlich sicherer und einfacher macht.
Vor längeren Ruhezeiten, zum Beispiel während Ferienzeiten oder vor der Winterpause, sollte das Gerät gemäß Herstellerangaben außer Betrieb genommen und, sofern erforderlich, entleert werden. Vor der erneuten Inbetriebnahme sind eine gründliche Spülung, eine Sichtkontrolle und bei Bedarf eine Desinfektion oder der Austausch wasserführender Schläuche und Leitungen sinnvoll.
Ein klarer Reinigungs- und Spülplan spart Aufwand, reduziert hygienische Risiken und gibt Betreibern eine nachvollziehbare Grundlage für den sicheren Betrieb gegenüber Nutzern, Verwaltung und Gesundheitsamt.
Nach der Montage:
Aus technischer Sicht ist ein simpler Trinkbrunnen ohne Filter wartungsfrei! Dennoch sollte man besonders bei Außentrinkbrunnen eine regelmäßige und wenn notwendig außerordentliche Wartung durchführen.
Sofern in dem Gerät keine frostsicheren Ventile verbaut sind, sollte es nach der Winterpause 30 Minuten lang desinfiziert werden. Dafür nutzen Sie spezielle Desinfektionsmittel wie Wasserstoffperoxid oder Chlordioxid. Andere Trinwasserbrunnen-Desinfektionsmittel beinhaltet Natriumhypochlorit, das auch zur Desinfizierung von Zähnen bei der Wurzelbehandlung genommen wird und somit für den Menschen verträglich ist. Nach der Desinfektion werden die Brunnenleitungen mit reichlich Wasser durchgespült, sodass Restmengen vom Desinfektionsmittel restlos beseitigt werden.
Es wird empfohlen mit einer Durchflussmenge von 2m pro Sekunde durchzuspülen, um auch an der Leitung festsitzende Teilchen lösen zu können. Aus dem Grund können auch andere Desinfektionsmittel genommen werden.
Hygiene eines Wasserspenders
Die gute Qualität von deutschem Leitungswasser kommt unter anderem daher, dass das Leitungswassernetz in Deutschland ein relativ geschlossenes System ist. Somit ist das Risiko einer Kontamination des Leitungswassers mit Viren sehr unwahrscheinlich. Das bestätigt auch das Umweltbundesamt. Dennoch ist es sinnvoll, besonders öffentlich stehende Geräte öfter zu reinigen, als solche in z.B. einem Büro.
Maßnahmen zur hygienischen Nutzung des Wasserspenders:
- Wenn der Wasserspender ein paar Tage nicht benutzt wurde, empfiehlt sich ein gründliches Durchspülen des Spenders vor dem erneuten Wasserzapfen. Durch die Spülvorgänge wird abgestandenes Wasser aus den Leitungen entfernt. Das Spülen funktioniert so: Einfach 2-5 Liter Wasser durchlaufen lassen.
- Nutzung von eigenen Gefäßen wie Bechern, Gläsern oder Flaschen zur Reduzierung eines Übertragungsrisikos von Bakterien und Viren. Auf diese Weise wird eine eventuelle Kontamination minimiert.
- Anbringung einer (bildlichen) Bedienungsanleitung in der Nähe des Frischwasserspenders, um den Nutzern zu erklären, wie man das Gerät hygienisch nutzt.
Regelmäßige Reinigung und Desinfizierung der wasserführenden Geräteteile.
- Es empfiehlt es sich eine Person zu benennen, die für die Durchführung und Einhaltung der Hygienemaßnahmen sorgt. Allgemein sollten Regeln zu Eigenhygiene- und Sicherheit befolgt werden.
Fazit: Hygiene bei Wasserspendern mit Festanschluss
Grundsätzlich sind Festwasserspender hygienisch, wenn sie richtig installiert, gepflegt und mit einer Hygienespülung ausgestattet sind. Die Gefahr einer Kontamination durch Viren oder Bakterien kann durch einen berührungslos aktivierbaren Wasserspender zusätzlich minimiert werden.
In Sachen Hygiene und Hygienemaßnahmen haben Wasserspender mit Festwasseranschluss gegenüber denen mit Gallonen den Vorteil, dass sie einfach zu handhaben sind und direkt an die Wasserleitung angeschlossen sind. Leitungsgebundene Wasserspender haben obendrauf den Vorteil, dass sie unabhängig von externen Wasserlieferungen sind, wobei durch den Kontakt mit dem Menschen schnell eine Kontamination passieren kann. Zudem wird das deutsche Leitungswasser dauerhaft gründlich durch Untersuchungen überwacht und gefiltert, bevor es aus dem Zapfhahn fließt.